Grundlagen

Traumatische Ereignisse sind häufig und können prinzipiell jeden Menschen treffen. Komplexe Traumafolgestörungen entwickeln besonders Menschen, die

  • häufig mit extremen oder lebensbedrohlichen Ereignissen konfrontiert waren.
  • Misshandlungen und gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt waren.
  • schwere Arbeits- oder Freizeitunfälle erlitten haben.
  • plötzlich mit Tod und Verlust konfrontiert wurden.

Mit der Anzahl der traumatischen Erfahrungen steigt die Wahrscheinlichkeit, eine chronifizierte posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und komplexe Störungsbilder, besonders mit emotional instabilen Symptomen und unfunktionalen Bewältigungsstrategien, zu entwickeln. Die oft lange verdrängten psychischen und körperlichen Funktionseinschränkungen beeinträchtigen die Arbeits- oder Dienstfähigkeit zum Teil schwer.

Unser Konzept ist speziell auf diese Problematik ausgerichtet und folgt den Empfehlungen zur stationären Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und den grundsätzlichen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT).

Patienten mit ihrem Trauma konfrontieren

In der Behandlung von Traumafolgestörungen bewähren sich von allen kognitiven verhaltenstherapeutischen Traumatherapieverfahren mit Fokus auf Exposition, besonders

  • Eye Movement Desensitization Reprocessing (EMDR)
  • die narrative Expositionstherapie (NET)
  • die Prolonged Exposure (PE),
  • die Cognitive Processing Therapy (CPT) nach Resick

Nationale und internationale Leitlinien empfehlen diese Verfahren als erste Wahl.

Strategien zur Traumabewältigung entwickeln

Gerade schwer Traumatisierte brauchen diese Art der intensiven Unterstützung, um frühzeitig mit der besonders wirksamen Traumaexposition zu beginnen. Unser Behandlungsangebot unterscheidet sich deutlich von den oftmals vorrangig stabilisierenden Therapieangeboten. Eine Begleitevaluation bestätigt uns die Effizienz der Therapien.

Wir betten Exposition sehr  früh und intensiv in die Struktur der Dialektisch Behavioralen Therapie (DBT) ein. Während der DBT erlernen Patienten hilfreiche Strategien, sogenannte Skills, um die Traumafolgensymptomatik zu bewältigen.  DBT ist modular aufgebaut. Therapeuten passen die jeweilige DBT an die individuellen Bedürfnisse des Patienten an.

Wir ergänzen diese Verfahren psychopharmakologisch und mit integrierten körper- und ausdrucksorientierten Therapieformen sowie Akupunktur nach dem NADA-Protokoll. Unsere Patienten können ein umfangreiches Sport- und Fitnessangebot, zum Beispiel Schwimmbad und Sauna, nutzen.

Rosemarie Kienzler

Stationsassistentin und Aufnahmemanagement
Rosemarie Kienzler