Depersonalisations- und Derealisationssyndrom

Depersonalisations- und Derealisationssyndrom

Eine Folge von belastenden Situationen in der Vergangenheit kann dazu führen, dass man die eigenen Gefühle und Gedanken als Beobachter wahrnimmt und die Umgebung unwirklich erscheint.

Was ist ein Depersonalisations-/Derealisationssyndrom?

Bei einer Depersonalisation fühlt sich der oder die Betroffene immer wieder oder anhaltend wie ein Beobachter der eigenen Gefühle und Gedanken.

Bei einer Derealisation scheint die eigene Umgebung dauerhaft unwirklich und entfernt.

Diese Symptome der Entfremdung, die über mehrere Jahre andauern, empfinden die Betroffenen als sehr quälend. Ein Depersonalisations-/Derealisationssyndrom tritt häufig im Jugendalter auf. Diese psychische Störung ist meistens die Folge von emotionaler Vernachlässigung in der Kindheit oder schwer belastenden Ereignissen und Situationen in der Vergangenheit.

Symptome bei einem Depersonalisations-/Derealisationssyndrom

Die Symptome eines Depersonalisations- und eines Derealisationssyndroms können gemeinsam oder einzeln in Episoden oder dauerhaft auftreten.  

Symptome bei Depersonalisation

  • Die Betroffenen empfinden sich selbst als fremd und losgelöst von ihrem Körper und ihren Gefühlen.
  • ihre Gefühle spüren sie nicht, ihre Handlungen und Wahrnehmungen beobachten sie aus der Ferne.
  • alle diese Symptome nehmen sie bewusst und mit einem beängstigenden Gefühl der Ohnmacht wahr.

Symptome bei Derealisation

  • Wie durch einen Schleier oder wie in einem Traum nehmen Betroffene ihre Umgebung wahr.
  • Die Welt erscheint unwirklich, fade oder leblos.
  • Die Betroffenen wissen aber, dass das nicht der Realität entspricht.

Das Gefühl der Depersonalisation tritt vorübergehend auch bei Gesunden auf, bei Stress oder großer Angst, bei Schlafmangel oder nach der Einnahme von Drogen. Auch Migräne kann ein Gefühl der Entfremdung hervorrufen. Eine psychische Störung liegt erst vor, wenn die Betroffenen im Alltag regelmäßig oder andauernd unter den Symptomen leiden und eine andere Erkrankung ausgeschlossen werden kann.

Diagnostik eines Depersonalisations-/Derealisationssyndroms

Bei der Diagnostik eines Depersonalisations-/Derealisationssyndroms berücksichtigen wir sowohl körperliche als auch psychische Aspekte:

Am Anfang der Therapie eines Depersonalisations-/Derealisationssyndrom steht eine umfassende Diagnostik. Dabei gehen wir leitliniengerecht und multimodal vor, berücksichtigen also verschiedene körperliche und psychische Aspekte.

  • psychosomatisch-psychiatrisches Anamnesegespräch
  • psychometrische Testverfahren
  • klinisch körperliche Untersuchung
  • klinisch apparative Untersuchungen
  • Stressdiagnostik
  • bei Bedarf konsiliarische Untersuchungen

 

Wie wir ein Depersonalisations-/Derealisationssyndrom behandeln

Wir behandeln jede Patientin und jeden Patienten mit Depersonalisations-/Derealisationssyndrom individuell.

Ein zentraler Baustein ist die Psychotherapie.

Die/der Betroffene schildert detailliert die Beschwerden und ihre Auswirkungen auf ihr/sein Leben im beruflichen und sozialen Bereich und im Freizeitverhalten. Unsere Therapeut*innen unterstützen die Patientin/den Patienten dabei, die Ursache des Depersonalisations-/Derealisationssyndroms aufzuarbeiten.

Dazu setzen wir verschiedene verhaltenstherapeutische Methoden ein. Eine wichtige Rolle spielt dabei die sogenannte Exposition: Therapeutisch unterstützt, setzt sich die Patientin oder der Patient bewusst der belastenden Situation aus und lernt, wie sie/er diese bewältigen kann.

Neben Einzeltherapien schulen wir die Patient*innen in Gruppensitzungen im Umgang mit dem Depersonalisations-/Derealisationssyndrom und dessen Folgen.

Erfahren Sie mehr über die Therapie im MEDICLIN Traumazentrum Durbach.

Wer Sie behandelt

PD Dr. med. Ulrich Frommberger

PD Dr. med. Ulrich Frommberger

Kommissarischer Chefarzt

MEDICLIN Traumazentrum Durbach

Helen Banikarimi M. Sc. Psych.

Helen Banikarimi M. Sc. Psych.

Psychologische Psychotherapeutin Leitung

MEDICLIN Traumazentrum Durbach

Wie Sie uns kontaktieren können

Susanne Moser

Susanne Moser

Leitung Patientenaufnahme

MEDICLIN Traumazentrum Durbach

Rosemarie Kienzler

Rosemarie Kienzler

Stationsassistentin, Aufnahmemanagement

MEDICLIN Traumazentrum Durbach