Einzel- und Gruppentherapie

Einzeltherapie

Einzeltherapeutische Gespräche finden mehrfach in der Woche statt und sind eingebettet in ein intensives Gruppentherapie-Programm. Der Schwerpunkt der Einzeltherapie liegt auf der Konfrontation mit den traumatischen Erlebnissen.

Gruppentherapie

Die Gruppentherapien vermittelt Bewältigungsstrategien auf verschiedenen Ausdrucksebenen und Wissen über den Umgang mit den Störungsbildern.

Traumainformationsgruppe

Die Gruppe informiert, was ein Trauma ist und welche Folgesymptome auftreten können. Wir sprechen über

  • die Entstehung und Aufrechterhaltung einer PTBS,
  • das Traumagedächtnis und Lernmechanismen,
  • ein Störungsmodell für Auslöser,
  • Intrusionen und Alpträume,
  • traumabezogene Gedanken,
  • typische Meidungs- und Fluchtstrategien,
  • Strategien im Umgang mit Traumafolgesymptomatik,
  • das Behandlungsrational.

Trauma-Skillsgruppe

Die Trauma-Skillsgruppe vermittelt Fertigkeiten in fünf wesentlichen Problembereichen, die mit der Traumafolgesymptomatik zusammenhängen:

  • Achtsamkeit
  • Stresstoleranz
  • Umgang mit Gefühlen
  • zwischenmenschliche Fertigkeiten
  • Selbstwert

Das Training orientiert sich grundsätzlich an dem Fertigkeitentraining der  dialektisch behavioralen Verhaltenstherapie (DBT) nach Marsha Linehan und wird ergänzt durch traumaspezifische imaginative Bewältigungsstrategien aus der (PITT).

Soziales Kompetenztraining

Vielen Traumatisierten fällt es schwer, ihren Alltag sozial zu bewältigen. Privat- und Berufsleben sind teilweise gravierend beeinträchtigt. Daher sollen grundlegende Fertigkeiten reaktiviert, verbessert oder neu erlernt werden. Dazu zählen u. a.:

  • selbstsicheres Verhalten,
  • die Fähigkeit, Rechte, Wünsche und Forderungen anzusprechen,
  • die Fähigkeit, sich gegenüber anderen Menschen abzugrenzen.

Achtsamkeit und Imagination

Ein wesentliches Element unserer Behandlung ist die Vermittlung von Achtsamkeit. Achtsamkeit entstammt der buddhistischen Meditationspraxis und ist als allgemeine menschliche Fähigkeit nicht an bestimmte Schulen oder Techniken gebunden.

Achtsamkeit richtet die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment. Der Patient nimmt im Idealfall die Gegenwart und die damit verbundenen Sinneswahrnehmungen, Gedanken oder Emotionen an, ohne diese zu werten. Das Annehmen der gegenwärtigen Situation so, wie sie ist, ohne sie sofort verändern zu müssen, schafft Distanz zum momentanen Erleben und macht das Erleben für eine genaue Analyse und Veränderung zugänglich.

Fünf-Sinne-Gruppe

Sinnesbezogene Achtsamkeitsübungen auf den Ebenen Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen fördern die Selbst- und Fremdwahrnehmung, die Selbstachtung und den Realitätsbezug. Sie helfen den Patienten, eigene Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen. Die Fünf-Sinne-Gruppe verbessert so die Affektregulierung und stärkt die Belastbarkeit.

Ergotherapie

Ergotherapie schafft mit verschiedenen Materialen wie Holz, Ton, Papier und Farben einen nonverbalen Zugang zum eigenen Ich. Gestalterisches Wirken mit verschiedenen Materialen und Medien macht Ressourcen und Defizite sichtbar und verbessert die Handlungs- und Wahrnehmungsfähigkeit.

Kunsttherapie

Die Trauma-Kunsttherapie ist eine traumaadaptierte Ressourcen und Bewältigung fördernde Therapieeinheit, die mit bildnerischem Gestalten arbeitet. Der Schwerpunkt der traumazentrierten Kunsttherapie liegt im gestalterischen Ausdruck stabilisierender innerer Bilder (Imaginationen), die sich in der Traumatherapie sehr bewähren. Die Therapie bietet in einem geschützten interaktionellen Rahmen, in dem respektvoll und behutsam die Grenzen der Patienten gewahrt werden, die Möglichkeit des Austausches und der Selbstreflexion.

Körpertherapie

Psychotherapeutische Körpertherapie beinhaltet Übungen, die alle Sinne ansprechen und den eigenen Körper bewusst machen. Gearbeitet wird u. a. mit Haltungs- und Atemschulung, bewusster Wahrnehmung einzelner Muskelgruppen in Spannung und Entspannung sowie Ausdauer und Durchhaltevermögen, Koordination und Gleichgewicht.

QiGong, eine aktive, ganzheitliche, gelenkschonende Bewegungsmeditation, legt den Fokus auf ganzheitliche Körperwahrnehmung (Körper/Geist/Seele). Die Meditation

  • fördert innere Ruhe und die eigene Vitalität.
  • beeinflusst die Regulation verschiedener Funktionssysteme.
  • fördert Durchblutung und Energiefluss.
  • löst Blockaden.

Progressive Muskelrelaxation

Progressive Muskelrelaxation erreicht durch die willentliche und bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des ganzen Körpers. Verbesserte Körperwahrnehmung löst Muskelspannung. Die Patienten lernen, muskuläre Entspannung herbeizuführen, wann immer sie möchten. Auf diese Weise reduzieren sie auch andere Zeichen körperlicher Unruhe oder Erregung. Die Patienten spüren Muskelverspannungen auf und lockern sie. So können Patienten Schmerzen verringern.

Bezugsgruppe

Die Bezugsgruppe fördert Selbstmanagement und sozialer Unterstützung. Die Patienten treffen sich selbstorganisiert einmal wöchentlich. Wie in einer Selbsthilfegruppe unterstützen sie sich gegenseitig und bauen wieder soziale Bezüge auf. Traumainhalte sind explizit kein Thema.